LEUCHTE, LEUCHTE, LICHT, DEN SCHUSTERN AUS TRŽIČ

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In Tržič ist es Brauch, dass an jedem ersten Sonntag im September Stände aufgestellt werden und der Tag der Schuster beginnt. Am Schustersonntag strömen Scharen von Besuchern durch die Straßen von Tržič, angetrieben vom Wunsch nach Schuhen oder nach Unterhaltung. Obgleich sich das Schusterhandwerk in der letzten Zeit sehr verändert hat, so lebt die Erinnerung an die ehemaligen Schusterwerkstätten, verstreut über ganz Tržič und Umgebung, weiter. In eben diesen Werkstätten standen einst auf den Werktischen zwischen dem Werkzeug, den Mustern und den Materialien ganz besondere Lichtquellen, die den Schustern auch Helligkeit gab, als die Tage schon kürzer waren. Dies ist die Geschichte über die Schusterlampe.

Die Schusterkugel, wie Sie die Leute auch nennen, war die treue Begleiterin des Schusters vom heiligen Michael bis hin zum heiligen Gregor. Durch die mit Wasser oder Alkohol gefüllte Glaskugel fiel das Licht so als sei es durch eine Linse geleitet, die dem Schuster die Oberfläche des Werkbrettes ausleuchtete.

Die Schusterkugel hat schon beim Betreten der Werkstatt den Status und die Qualität des Schusters verdeutlicht. »Vor der größten Kugel saß der Meister bzw. der Eigentümer der Werkstatt, vor zwei etwas kleineren Kugeln saßen die beiden Helfer, die allerkleinste Kugel erwies dem Lehrling die besondere Ehre,« erzählt  Jernej Kosmač, Kenner und Hersteller der Schusterkugelrepliken. Wie er sagt, geben diejenigen Kugeln die schönste Helligkeit, die mit ‘Schnaps’ bzw. ‘dem Grünen’ gefüllt sind, was die feierlustigen Schuster zu Nutzen wussten. »Sobald der Meister die Werkstatt verlies, haben sie so ganz nebenbei ein wenig gekostet. Als der Meister bemerkte, dass die Kugel schon um einiges leerer war als zuvor, so wusste er sofort was die Uhr geschlagen hat« erzählt Kosmač.

Im Museum von Tržič verwahren sie das einzigartige Exemplar der Schusterkugel in Slowenien. (Foto: Milan Malovrh)

Die Schusterkugel verband sowohl die Schuster als auch die Familienmitglieder, denn sehr häufig befand sich die Werkstatt in der Küche, auf einem leicht erhobenen Podest. Und bei den Schustern gab es keine Langeweile, denn sie wussten sich auch bei der Arbeit zu amüsieren.

Erinnerungen an alte Schusterwerkstätten ...

Als die Tage wieder länger wurden, benötigten sie das Licht nicht mehr und warfen es (symbolisch) ins Wasser.  So ist es noch heute Brauch in Tržič, dass am Vorabend des heiligen Gregors auf der Wasseroberfläche des Flusses „Tržiška Bistrica“ die „gregorčki“ – schmucke gebastelte Häuschen und andere ‘Wasserfahrzeuge’ mit Kerzen – treiben.

Bei der Herstellung der „gregorčki“, unter welchen sich auch echte Kunstwerke befinden, sind auch die Kinder in Tržič aktiv beteiligt. (Foto: Alja Gladek)

Die Schusterkugel wäre fast in Vergessenheit geraten, doch sie fand vor Jahren schon einen begeisterten Enthusiasten, der ihr neues Leben einhauchte. Jernej Kosmač und sein Sohn Matej erobern mit den Schusterkugelrepliken die Welt. So fanden diese Lampen unter anderem den Weg ins Museum nach Tokio und Los Angeles.

Jernej Kosmač mit seiner Schusterkugelreplika.

Obgleich die Schusterkugel mit Einzug der Elektrik ihre ursprüngliche Bedeutung verlor, so erfüllt sie heutzutage als Schmuck in den Heimen noch immer einen Teil ihrer Mission – sie verbindet Menschen.

Foto: TD Tržič, Tržiški muzej

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    Mit Stolz slowenisch, Erbe
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