DIE STIEFEL AUS MOJSTRANA AUF DEM DACH DER WELT

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Description

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Mojstrana gab den ersten slowenischen alpinistischen Unternehmen im Himalaja eine Gruppe ausgezeichneter Kletterer, die sich „Eichhörnchen aus Mojstrana“ nannten, und besondere Stiefel aus der Werkstatt des Schusters Janez Eržen mit auf den Weg.

Die Stiefel wurden zunächst nach einem Entwurf von Kazimir Drašler und Aleš Kunaver bei dem Unternehmen Alpina aus Žirovnica für die Expedition auf die Anapurna im Jahre 1969 angefertigt. „Ein schwedischer Händler hatte uns Elchfell geschenkt. Zunächst war man bei Alpina von der Anfertigung dieser Stiefel wenig begeistert, denn es war viel Handarbeit nötig. Deshalb wurden sie nach demselben Modell für die nächsten paar Expeditionen von dem Schuster Janez Eržen aus Mojstrana angefertigt“, erzählt Klavdij Mlekuž, der als erster der ‚Eichhörnchen‘ an einer der jugoslawischen Expeditionen teilnahm. Wegen der schwierigen Arbeit, bei der jeder Teil des Stiefels von Hand genäht und innerhalb kürzester Zeit das Schuhwerk für die ganze Expedition angefertigt werden musste, wurde Eržen auch von einigen Schustergesellen unterstützt.

„Die ‚Himalaja-Stiefel‘ sind heute ein Teil der reichen Sammlung des slowenischen Alpen-Museums.“

Trotz der heimischen Produktion waren die Stiefel sehr hochwertig und ihre Benutzer bekamen nie Erfrierungen. Janko Ažman, Mitglied der Expeditionen auf den Makal Anfang der 1970er Jahre und in Seilschaft mit Matija Maležič der erste Slowene, der die magische Grenze von 8000 Meter überstiegen hat, beschreibt bilderreich die zweite Stärke der Stiefel, die er bei der Ersteigung des Gipfels Istor-o-Nal im Hindukusch zum ersten Mal trug: „Wenn du mit ihnen nur bis zu den Knien im Wasser gestanden hast, dann warst du nicht nass.“

Trotz Komfort, Wärme und Wasserbeständigkeit sind beim Klettern Probleme aufgetreten. “Weil die Stiefel weich waren und sich bogen, haben die Füße, wenn wir in der Wand waren, sehr gelitten“, sagt Ažman. „Probleme gab es auch beim Anbringen der Steigeisen – manchmal sind sie uns mitten in der Wand heruntergefallen.“

„Die Stiefel, angefertigt in der Werkstatt des Schusters Janez Eržen aus Mojstrana, sind aus Lamm- und Hirschfell gemacht.“

„Haare, die von den Stiefeln in den Schnee neben dem Basislager gefallen sind, gerieten dann in den Tee oder in die Suppe“, fügt Mlekuž lachend hinzu.

Damals konnte man in Jugoslawien keine gute Kletterausrüstung bekommen, deshalb mussten sich die Jungs allein zurechtfinden. „Mit Janez Brojan haben wir einmal unter der Haube eines Fiat-Kleinwagens Gummisohlen für die ganze Expedition geschmuggelt“, erinnert sich Ažman.

Die ‚Himalaja-Stiefel‘, die inzwischen von modernem alpinistischen Schuhwerk ersetzt wurden, haben im slowenischen Alpen-Museum in Mojstrana ihren Platz gefunden.

„Teil des Ausstellungsraumes im Museum, wo in einer Vitrine die ‚Himalaja-Stiefel‘ aufbewahrt sind.“

„Die ‚Eichhörnchen‘ von Mojstrana (von links nach rechts) – Janko Ažman, Klavdij Mlekuž, Zvone Kofler und Janez Brojan der Jüngere. Später schlossen sich ihnen noch Miha Smolej und Janez Dovžan.“

Foto: Slovenski planinski muzej, Mojstrana

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    Mit Stolz slowenisch, Erbe
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